Gute Nachrichten vom Wilden Feld: Ein Gespräch über Charkiw

Gute Nachrichten vom Wilden Feld: Ein Gespräch über Charkiw

Am 14. Februar durften wir im Literaturhaus Köln eine besondere Begegnung ermöglichen. Gemeinsam mit zahlreichen Gästen erlebten wir einen Abend mit Serhii Zhadan, einem der bedeutendsten ukrainischen Schriftsteller der Gegenwart. Wir traten als Organisatoren dieser Veranstaltung auf.

Nach der Münchner Sicherheitskonferenz führte Serhii Zhadans Weg nach Köln. Im Zentrum des Gesprächs stand Charkiw, eine Stadt, die nur etwa 30 Kilometer von der Frontlinie entfernt liegt und dennoch ihren Alltag bewältigt.

Wir sprachen über Kinder in frontnahen Regionen, über Schule unter Ausnahmebedingungen, über die Herausforderungen des Krieges, aber auch über Hoffnung, Mut und Entwicklungspotenzial. Immer wieder wurde deutlich, wie entscheidend Kulturdiplomatie ist. Nähe, Verständnis und Solidarität entstehen nicht allein durch Fakten, sondern durch Geschichten, Musik und Worte.

Neben dem Gespräch standen auch literarische Texte im Mittelpunkt. Zhadan las mit ruhiger Klarheit, Tiefe und großer Menschlichkeit. Seine Worte veränderten den Raum und luden zum Innehalten ein.

Im Gespräch sprach er offen über seine persönlichen Erfahrungen im Krieg und seinen Dienst in der Armee. Besonders eindrücklich waren seine Worte über die tägliche Motivation: „Wenn du unter deinen Leuten bist, gibt dir das Kraft. Es ist einem fast peinlich, einfach nicht leistungsfähig zu sein. Und man macht weiter – selbst wenn man eigentlich nichts machen will.“

Auf die Frage, was er persönlich aus dieser Zeit mitgenommen habe, antwortete er: „In der Armee habe ich Disziplin gelernt.“

Diese Aussagen machen deutlich, wie sehr Haltung, Verlässlichkeit und gegenseitige Unterstützung im Krieg tragen.

Ein besonderer Dank gilt Mariana Sadovska sowie allen Gästen, die diesen Abend mit ihrer Präsenz und ihren Gedanken bereichert haben. Ebenso danken wir dem Literaturhaus Köln, das uns diesen Abend – selbst mitten in der Karnevalszeit – ermöglicht hat.

Im Laufe des Abends wurden 1.000 Euro an Spenden für die Bedürfnisse des Korpus „Khartia“ gesammelt – ein Zeichen konkreter Solidarität.

Wir blicken mit großer Dankbarkeit auf diesen Abend zurück: für die Inspiration, für die Ehrlichkeit und für die richtigen Worte zur richtigen Zeit.