Wie man gibt, ohne zu verlieren
Gemeinnützige Organisationen helfen in verschiedenen Bereichen. Ohne „Bereicherungsquellen” laufen sie jedoch Gefahr, auszubrennen.
In diesem Text geht es nicht um Geld, auch wenn es um „Bereicherungsquellen” geht. Non-Profit-Organisationen kümmern sich um soziale Bedürfnisse in verschiedenen Bereichen und stellen dabei nicht nur finanzielle Mittel, sondern vor allem menschliche Ressourcen bereit – intellektuelle, moralische und physische, je nach Tätigkeitsbereich. Und genau diese Ressourcen sollten regelmäßig aufgefüllt werden, denn um regelmäßig geben zu können, muss man erst einmal etwas haben, also regelmäßig etwas bekommen.
Warum ist das wichtig? Die Antwort ist einfach: Menschen und ihre Ressourcen sind nicht unbegrenzt verfügbar, wenn sie nicht ständig erneuert werden.
Quellen der Erneuerung:
1. Intellektuelle. Dieser Aspekt sollte nicht unterschätzt werden. In jedem Bereich gibt es ständige Veränderungen, die besonders heutzutage mit der rasanten Entwicklung der KI und den turbulenten Ereignissen in der Welt zusammenhängen. Deshalb ist es äußerst wichtig, dass die Mitarbeiter (Freiwilligen) der Organisation die Möglichkeit und Motivation haben, Zeit in die Entwicklung ihres eigenen Bereichs und in ihre persönliche Weiterentwicklung zu investieren. Dies kann beispielsweise durch regelmäßige Workshops, passende Literatur und die Teilnahme an Fachkonferenzen erfolgen. Das hilft, die Arbeitseffizienz zu verbessern und die eigene Tätigkeit noch mehr als Möglichkeit zur Selbstverwirklichung zu sehen, was die Motivation wirklich steigert.
2. Körperliche Ressourcen Auch wenn deine Organisation keine physische Hilfe leistet (wie das Entladen von humanitären Hilfsgütern oder der Transport von Verwundeten), heißt das nicht, dass die körperlichen Ressourcen der Mitarbeitenden zweitrangig sind. In NGOs wird oft zu viel gearbeitet, weil die Mitarbeitenden eine starke emotionale Bindung zu ihrem Tätigkeitsbereich haben können (was besonders häufig in Organisationen der Fall ist, die mit der Hilfe für die Ukraine zu tun haben). So kann es zu einer systematischen Erschöpfung kommen. Das führt oft zu unbegründeten Konflikten innerhalb des Teams, einer Verschlechterung der Arbeitsqualität und einem Motivationsverlust. Deshalb sind regelmäßige Pausen, ein Wechsel der Tätigkeit und die Reduzierung von Überstunden keine Luxus, sondern strategisches Denken. Nur so kann die Qualität der Arbeit gewährleistet und kontinuierlich verbessert werden, anstatt dass es zu Burnout und einem Rückgang der Aktivitäten kommt.
3. Moralische (psychologische) Aspekte. Dies ist der schwierigste, aber auch der wichtigste Aspekt. Ein Mitarbeiter mit Burnout beeinträchtigt die gesamte Zusammenarbeit und die Motivation des Teams. Gerade im Kontext der Kriege sollten gemeinnützige Organisationen, die in diesem Bereich arbeiten, bedenken, dass trotz Motivation und Professionalität jeder Mitarbeiter ein verletzlicher Mensch ist. Jeder Mensch sollte die Möglichkeit haben (und dazu ermutigt werden), Zeit für sich selbst zu haben, um sich zu erholen und sich mit bereichernden Aktivitäten zu beschäftigen. Und das nicht nur einmal im Jahr, sondern regelmäßig, am besten wöchentlich zu einer bestimmten Zeit. Für manche ist das Sport, für andere Meditation oder Lesen. Das sind keine hochtrabenden Ratschläge, sondern eine echte Garantie für das gute Funktionieren einer Organisation. Ein erholter Mitarbeiter leistet viel mehr als ein Profi mit Burnout.
Und zuletzt: Eine offene und ehrliche interne Kommunikation ist der Schlüssel zur frühzeitigen Erkennung und Lösung potenzieller Konflikte und somit ein wichtiger Bestandteil der Arbeit erfolgreicher gemeinnütziger Organisationen.