Russische Desinformation: Anthropic deckt KI-Missbrauch auf

Russische Desinformation: Anthropic deckt KI-Missbrauch auf

Ein neuer Anthropic-Report zeigt, wie russische Akteure die KI Claude für Desinformation, Spionage und Sanktionsumgehung nutzten.

Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine wird auch im Informationsraum geführt. EUvsDisinfo und das NATO StratCom COE dokumentieren wachsende koordinierte Desinformation in Europa - besonders betroffen sind Deutschland, Polen und Moldau.

Der aktuelle Threat Intelligence Report von Anthropic (September 2026) liefert seltene, konkrete Einblicke: direkten Zugang zu Konten und Arbeitsabläufen, mit denen staatlich verbundene Akteure die KI Claude missbraucht haben.

Zentralafrikanische Republik: Propaganda im Sendebetrieb (Fall GTG-04001)
Ein Akteur produzierte über Radio Lengo Songo (98.9 FM) täglich Inhalte, abgestimmt mit RT, Sputnik Afrique, TASS und dem Russischen Haus in Bangui. Claude erstellte Briefings, Skripte, Grafiken und Posts - ohne erkennbare KI-Formatierung. Anthropic ordnet den Fall als verdeckte, staatlich gelenkte Operation ein.

Moldau: Falsche Bestätigungsschleifen vor der Wahl (Fall GTG-24015)
Ein ehemaliger Sputnik-Moldova-Chefredakteur wandelte mit Claude moldauische Nachrichten und Oppositionsposts in russischsprachige Artikel um, verbreitet über Sputnik Moldova, RIA Novosti und weitere Outlets - sogenannte "false verification loops". Derselbe Akteur verbreitete erfundene Vorwürfe gegen Präsidentin Maia Sandu vor der Wahl am 28. September 2025.

Spionage gegen Regierungen und Diplomatie (Fall GTG-20006)
Über 20 Organisationen waren betroffen - Ministerien, Nachrichtendienste, Botschaften, Think Tanks, Rüstungsfirmen, Schwerpunkt Ukraine und Europa. Die KI testete zudem die Erkennung eigener Schadsoftware und automatisierte Phishing-Infrastruktur.

Weitere russische Fälle im Report:

Warum das wichtig ist
Diese Fälle zeigen: Russland setzt KI gezielt ein, um Desinformation glaubwürdiger und schwerer erkennbar zu machen. Ein kritischer Umgang mit Informationen und der bewusste Schutz eigener IT-Zugänge sind deshalb zentral für gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit gegenüber hybriden Bedrohungen.