„Propaganda“ ist ein Muss.

„Propaganda“ ist ein Muss.

Im Zusammenhang mit dem hybriden Krieg Russlands gegen die Ukraine und Europa geht es bei der von Russland verbreiteten Desinformation nicht nur um die Verfälschung von Fakten. Es geht auch um die systematische Verbreitung einer eigenen, alternativen Weltanschauung. Desinformation ist dabei ein Element und eine Methode der russischen Propaganda.

Damit ein guter Kampf gegen Ideologien oder Manipulationen begonnen werden kann, sollten zunächst die grundlegenden Begriffe geklärt werden, um einen gemeinsamen Ausgangspunkt zu schaffen und das Verständnis zu erleichtern.

Der Begriff „Propaganda“ leitet sich vom lateinischen Verb propagare ab, was „verbreiten“, „ausweiten“ oder „vermehren“ bedeutet. Ursprünglich wurde der Begriff in einem religiösen Kontext verwendet, insbesondere im Namen der 1622 von Papst Gregor XV. gegründeten Heiligen Kongregation für die Verbreitung des Glaubens (Sacra Congregatio de Propaganda Fide).

Das heißt, der Begriff „Propaganda“ ist nicht per se negativ besetzt. Was ist der Unterschied zwischen negativer und positiver Propaganda? Genau in diese wichtigen Aspekte:

Wenn wir diese Prinzipien anwenden und diese Ziele verfolgen, können wir von effektiven Überzeugungsmethoden und positiver, ethischer Propaganda sprechen – auch wenn uns dieses Wort nicht gefällt.

Deshalb ist es wichtig, dass wir uns dessen bewusst sind: Wenn jemand aktiv für eine alternative Welt wirbt, Milliarden in weltweite Informationskampagnen investiert und eine Weltanschauung propagiert, in der Autoritarismus, Ungleichheit, subjektive oder willkürliche Gerechtigkeit sowie Doppelmoral und Begriffsverwirrung die Norm sind, dann müssen wir hochwertige Gegenpropaganda realisieren, um unsere Sicht der Welt zu vertreten – falls wir Freiheit und Gerechtigkeit noch für wichtig halten.

Von
Dr. Alla Kovalenko
Kommunikationswissenschaftlerin